Langsam aber sicher stellt sich das Gefühl ein, dass dieses Semester in Arbeit ausarten könnte. Ich bin gerade dabei, mir zu allen für Mikrobiologie relevanten Bakterien eine kurze Karteikarte mit einem Steckbrief anzulegen. Eine kurze Info zu Gram-Färbeverhalten und Kapsel, ein bisschen was zu den Pathogenitätsfakotren, den ausgelösten Krankheiten, den Therapiemöglichkeiten... So eine DinA6-Karteikarte ist schneller voll, als man glaubt... ;)
Nebenbei liest man andauern die Namen von irgendwelchen Antibiotika. Wirklich erklärt hat uns die bisher aber niemand... Selbst wenn ich jetzt weiß, dass ein Propionibakterium mit Penicillin behandelt werden könnte, habe ich immer noch keine Ahnung, was der Hintergrund dabei ist. Naja - wieder einmal hinnehmen und lernen. Hilft ja alles nichts!
In Pharmakologie gehts genauso rund: Antikörpertherapien, Wechselwirkungen, Immunsuppressiva, Schmerzmittel, Opioide,... Das schöne an alldem ist aber: Man sieht einen Bezug. Man sieht, warum man die Dinge lernen soll und muss. Es wird klar, wo die Relevanz für die eigene ärztliche Tätigkeit in einigen Jahren liegt. Diese Faktoren machen das Studium so viel angenehmer, wie man es sich bis vor kurzem nicht vorstellen konnte.
Ansonsten habe ich mir für die kommenden Monate noch zwei Dinge vorgenommen:
Erstens will ich mir endlich eine Doktorarbeit suchen. Nach Möglichkeit eine klinische oder statistische, die "relativ" schnell durchgezogen werden kann. Verschenkt kriegt man den Doktor natürlich auch nicht, aber wer nicht in die Wissenschaft gehen will, muss sich ja auch nicht unnötig quälen... ;)
Zweitens: Wenn irgendwo nochmal eine Stelle als Nachtwache auf einer Station ausgeschrieben wird, schlage ich zu. Viele Kommillitonen arbeiten so mittlerweile auf 400€-Basis. Gutes Geld für nicht übermäßig viel Arbeit. Im Vergleich zu meinen bisherigen Ferienjobs bei der Post aber vor allem angenehmer verteilt: Nicht einmal 5 Wochen in den Semesterferien, sondern über das ganze Jahr verteilt gleichmäßig. Hoffentlich findet sich da was... :)
Das Medizinstudium
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Freitag, 18. Mai 2012
Samstag, 28. April 2012
Mit Vollgas ins 6. Semester
Wie ihr weiter unten lesen könnt, ist die erste Famulatur heil und mit gutem Gefühl überstanden. Mittlerweile ist wie bereits erwähnt das sechste Semester gestartet und das hat es in sich: Pharmakologie, Mikrobiologie und Virologie, ein weiteres mal Auge und HNO, akute Notfälle, klinische Chemie, ...
Ihr seht: es steht einiges an. Vom Gefühl her ist Pharma in dem Semester das, was den meisten Spaß bereitet. Die Vorlesungen sind interessant und witzig gestaltet und man hat wirklich das Gefühl, etwas zu lernen, was man für seine Tätigkeit als Arzt braucht. Das Stoffpensum ist dafür echt immens und ab morgen habe ich zum Glück ein Lehrbuch zur Verfügung, mit dem ich parallel arbeiten kann.
Mikrobiologie ist auch ganz witzig, hierbei aber vor allem das Praktikum:
Am ersten Tag wurde uns eingebläut, vor dem Waschen der Hände (nach dem Kurs) zuerst eine gründliche Desinfektion durchzuführen, um keine Keime in die Kanalisation zu verschleppen. Wäre natürlich auch tragisch wenn die Mäuse dort am Cytomegalovirus sterben würden, mit dem wir zum Beispiel am ersten Tag experimentiert haben. Andererseits: Lieber die Maus als ich :)
Gut, aber das ist nicht das, was ich erzählen wollte: Der Spaß an der Sache ist, dass man ja auch Stift und Notizblock mit im Kursraum hat. Da wird aber nix desinfiziert... Jetzt könnt ihr sagen, damit berührt man auch keine potentiell infektiösen Gegenstände, aber letztendlich ist das ganze ein bisschen merkwürdig...
Klinische Chemie macht bisher einen recht trockenen Eindruck. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass das noch ein bisschen besser wird. Falls nicht, muss man halt einfach durch. Das Leben ist nicht nur Zuckerschlecken ;)
In Auge und HNO habe ich so ein bisschen das Gefühl, dass wir das letzte Semester nochmal revue passieren lassen. Wirklich neues habe ich in den Vorlesungen noch nicht gehört, aber wie auch oben schon geschrieben: Wird vielleicht alles noch anders.
Das soll es zum Start ins "Neue" von mir gewesen sein. Sobald es etwas Schreibenswertes zu vermelden gibt, hört ihr natürlich wieder von mir. Bis dahin: Ohren steif halten und tief durchatmen.
Ihr seht: es steht einiges an. Vom Gefühl her ist Pharma in dem Semester das, was den meisten Spaß bereitet. Die Vorlesungen sind interessant und witzig gestaltet und man hat wirklich das Gefühl, etwas zu lernen, was man für seine Tätigkeit als Arzt braucht. Das Stoffpensum ist dafür echt immens und ab morgen habe ich zum Glück ein Lehrbuch zur Verfügung, mit dem ich parallel arbeiten kann.
Mikrobiologie ist auch ganz witzig, hierbei aber vor allem das Praktikum:
Am ersten Tag wurde uns eingebläut, vor dem Waschen der Hände (nach dem Kurs) zuerst eine gründliche Desinfektion durchzuführen, um keine Keime in die Kanalisation zu verschleppen. Wäre natürlich auch tragisch wenn die Mäuse dort am Cytomegalovirus sterben würden, mit dem wir zum Beispiel am ersten Tag experimentiert haben. Andererseits: Lieber die Maus als ich :)
Gut, aber das ist nicht das, was ich erzählen wollte: Der Spaß an der Sache ist, dass man ja auch Stift und Notizblock mit im Kursraum hat. Da wird aber nix desinfiziert... Jetzt könnt ihr sagen, damit berührt man auch keine potentiell infektiösen Gegenstände, aber letztendlich ist das ganze ein bisschen merkwürdig...
Klinische Chemie macht bisher einen recht trockenen Eindruck. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass das noch ein bisschen besser wird. Falls nicht, muss man halt einfach durch. Das Leben ist nicht nur Zuckerschlecken ;)
In Auge und HNO habe ich so ein bisschen das Gefühl, dass wir das letzte Semester nochmal revue passieren lassen. Wirklich neues habe ich in den Vorlesungen noch nicht gehört, aber wie auch oben schon geschrieben: Wird vielleicht alles noch anders.
Das soll es zum Start ins "Neue" von mir gewesen sein. Sobald es etwas Schreibenswertes zu vermelden gibt, hört ihr natürlich wieder von mir. Bis dahin: Ohren steif halten und tief durchatmen.
Mittwoch, 25. April 2012
Praktische Erfahrung...
Eigentlich sollte ich ich schämen. Wieder habe ich es nicht geschafft, die nötige Disziplin zusammenzukratzen, um einen weiteren Bericht über meine erste Famulatur zu schreiben. Daher kommt jetzt hier eine Zusammenfassung über das, was ich in einem Monat Krankenhaus erlebt habe... Viel Spaß beim lesen! Hoffentlich dient es dem ein oder anderen als kleiner Lichtblick, wenn ihr mal wieder in grauer vorklinischer Theorie wühlen müsst.
Zunächst vielleicht eine kurze Erklärung, warum meine Wahl auf die Fachrichtung Chirurgie gefallen ist: Für mich war es wichtig, dass ich die Möglichkeit habe irgendetwas aus der ersten Famulatur mitzunehmen und selbst Tätig werden zu können. Langweiliges hinterherschlappen wollte ich vermeiden (geht nicht immer!), das war klar. Innere Medizin hätte mich sicherlich genauso interessiert, hier hatte ich aber die Befürchtung, rein fachlich noch zu wenig "Ahnung" zu haben um wirklich von der Famulatur profitieren zu können. Also fiel meine Wahl auf die Chirurgie und - auf ein kleines regionales Haus, das ich schon aus einem Pflegepraktikum kannte. Die Bewerbung erfolgte daher auch absolut unkompliziert per Mail und kurzem Anruf.
Ein normaler Tag während meiner Famular hatte seinen Start immer morgens um sieben Uhr. Im Besprechungsraum der Chirurgie trafen sich alle Assistenzärzte und Oberärzte (und an einigen Tagen auch der Chefarzt), um die wichtigen Röntgenbilder durchzusprechen. Hierbei handelte es sich um Aufnahmen von Patienten, bei denen eine OP anstand, um Bilder aus der Ambulanz, die eventuell nicht ganz eindeutig waren, sowie um Post-OP-Kontrollen.
Im Anschluss ging es direkt auf Station. Blutabnehmen stand fast täglich auf dem Plan. Zunächst ging ich noch in Begleitung, später allein durch die Station, um bei etwa 5-10 Patienten Blut abzunehmen. Sicherlich nicht die Welt, aber in der Chirurgie wird nunmal nicht viel mehr Blut benötigt, als ab und an mal ein CRP und ein Blutbild... Übung macht den Meister und so fabrizierte ich am Anfang auch mehr durchstochene Venen, als gefüllte Blutröhrchen. Wenn es mal nicht klappte, probierte ich es ein zweites Mal, wenn der Patient dann ungehalten wurde, rief ich einen Assistenzarzt, der die Sache dann erledigte. Beeindrucken, wie einfach diese Anfangs doch recht komplizierte Tätigkeit mit jahrelanger Erfahrung von der Hand gehen kann, glaubt mir... Dabei waren die meisten Patienten nett und höflich, manchmal musste man sich aber auch dumme Sprüche anhören. Muss man eben drüberstehen :) Eines habe ich dann letztlich doch noch gelernt: Auch wenn ein Patient herrlich sichtbare und tastbare Venen hat: Das heißt noch lange nicht, dass die Blutabnahme hier einfach ist... Rollvenen (gibts ja angeblich gar nicht, aber zumindest schlecht im Bindegewebe fixierte Venen existieren meiner Meinung nach definitiv) oder unheimliche englumige aber dicke Schläuche können das Leben hier schwer machen. Aber: Übung macht den Meister und bis zum Meister muss ich noch eine Weile üben... :D
Danach habe ich mich eigentlich immer an einen der Assistenten drangehängt... Die coolsten Erfahrungen hierbei habe ich sicherlich in der Ambulanz gemacht. Die Stationsarbeit ist nicht so unheimlich spannend, da meistens nur Arztbriefe geschrieben oder Blutwerte kontrolliert werden müssen. In der Ambulanz hingegen gibt es immer wieder spannende Fälle... Ich durfte eigenständig kleine Platzwunden nähen (Assistentin guckt sich eine Wunde an und sagt einfach nur: "Gut, das näht dann mein Kollege hier und zeigt dabei auf mich." Ins kalte Wasser geschmissen und zum Ziel geschwommen ;) ), musste ab und an ein bisschen dolmetschen (Nähe zur französischen Grenze) und habe auch außergewöhnliche Fälle gesehen. So gab es zum Beispiel einen Drogenabhängigen, der sich ein Stück einer Nadel in der Vene abgebrochen hatte, das dann stecken geblieben war oder einen kleinen Jungen, der eine große Platzwunde an der Lippe hatte.
Irgendwann während des Morgens wurde ich dann meistens in den OP gerufen. Als Famulus durfte ich hier im Gegensatz zum Pflegepraktikum immer mit an den Tisch und selbst mit anpacken. Bei größeren OPs (Knieprothesen) als zweiter Assistent, bei kleineren (Radiusfrakturen) auch als erster. Fast jede OP, die in meinem Famulaturhaus durchgeführt wurde, habe ich einmal oder auch wesentlich öfter gesehen. Da gab es Knie- und Hüftprothesen, Armbrüche, Arthroskopien an Schulter und Knie, Beinbrüche, Sprunggelenksfrakturen, Gallenblasen- und Blinddarmops, Leistenbrüche oder auch Wirbelsäulen-OPs... Ihr seht, wirklich einiges für ein kleines Krankenhaus...
Nach den OPs ging es dann nochmal auf Station oder Ambulanz, Dienstende hatte ich meistens so zwischen drei und fünf Uhr Mittags.
Wie vermutlich dem Text unschwer zu entnehmen ist, hat mir die Famulatur unheimlich viel Spaß gemacht. Ich habe viele Einblicke bekommen und die Lust auf das Leben nach dem Studium ist definitiv da. Ich bin froh, die Chirurgie als erste Famulatur gewählt zu haben und dabei dann in einem kleinen Haus gelandet zu sein. Als einziger Famulus auf Station stehen einem alle Optionen offen und man darf sich wirklich ansehen, was immer man will. Gut, ich hatte wahrscheinlich auch Glück, dass auf meiner Station ein tolles Team arbeitete, aber wie gesagt: Ich habe die vier Wochen wirklich genossen!
Mittlerweile hat mich das "normale" Studentenleben wieder. Das sechste Semester wartet mit einigem an Stress auf, aber dazu in nächster Zeit mehr... :)
Zunächst vielleicht eine kurze Erklärung, warum meine Wahl auf die Fachrichtung Chirurgie gefallen ist: Für mich war es wichtig, dass ich die Möglichkeit habe irgendetwas aus der ersten Famulatur mitzunehmen und selbst Tätig werden zu können. Langweiliges hinterherschlappen wollte ich vermeiden (geht nicht immer!), das war klar. Innere Medizin hätte mich sicherlich genauso interessiert, hier hatte ich aber die Befürchtung, rein fachlich noch zu wenig "Ahnung" zu haben um wirklich von der Famulatur profitieren zu können. Also fiel meine Wahl auf die Chirurgie und - auf ein kleines regionales Haus, das ich schon aus einem Pflegepraktikum kannte. Die Bewerbung erfolgte daher auch absolut unkompliziert per Mail und kurzem Anruf.
Ein normaler Tag während meiner Famular hatte seinen Start immer morgens um sieben Uhr. Im Besprechungsraum der Chirurgie trafen sich alle Assistenzärzte und Oberärzte (und an einigen Tagen auch der Chefarzt), um die wichtigen Röntgenbilder durchzusprechen. Hierbei handelte es sich um Aufnahmen von Patienten, bei denen eine OP anstand, um Bilder aus der Ambulanz, die eventuell nicht ganz eindeutig waren, sowie um Post-OP-Kontrollen.
Im Anschluss ging es direkt auf Station. Blutabnehmen stand fast täglich auf dem Plan. Zunächst ging ich noch in Begleitung, später allein durch die Station, um bei etwa 5-10 Patienten Blut abzunehmen. Sicherlich nicht die Welt, aber in der Chirurgie wird nunmal nicht viel mehr Blut benötigt, als ab und an mal ein CRP und ein Blutbild... Übung macht den Meister und so fabrizierte ich am Anfang auch mehr durchstochene Venen, als gefüllte Blutröhrchen. Wenn es mal nicht klappte, probierte ich es ein zweites Mal, wenn der Patient dann ungehalten wurde, rief ich einen Assistenzarzt, der die Sache dann erledigte. Beeindrucken, wie einfach diese Anfangs doch recht komplizierte Tätigkeit mit jahrelanger Erfahrung von der Hand gehen kann, glaubt mir... Dabei waren die meisten Patienten nett und höflich, manchmal musste man sich aber auch dumme Sprüche anhören. Muss man eben drüberstehen :) Eines habe ich dann letztlich doch noch gelernt: Auch wenn ein Patient herrlich sichtbare und tastbare Venen hat: Das heißt noch lange nicht, dass die Blutabnahme hier einfach ist... Rollvenen (gibts ja angeblich gar nicht, aber zumindest schlecht im Bindegewebe fixierte Venen existieren meiner Meinung nach definitiv) oder unheimliche englumige aber dicke Schläuche können das Leben hier schwer machen. Aber: Übung macht den Meister und bis zum Meister muss ich noch eine Weile üben... :D
Danach habe ich mich eigentlich immer an einen der Assistenten drangehängt... Die coolsten Erfahrungen hierbei habe ich sicherlich in der Ambulanz gemacht. Die Stationsarbeit ist nicht so unheimlich spannend, da meistens nur Arztbriefe geschrieben oder Blutwerte kontrolliert werden müssen. In der Ambulanz hingegen gibt es immer wieder spannende Fälle... Ich durfte eigenständig kleine Platzwunden nähen (Assistentin guckt sich eine Wunde an und sagt einfach nur: "Gut, das näht dann mein Kollege hier und zeigt dabei auf mich." Ins kalte Wasser geschmissen und zum Ziel geschwommen ;) ), musste ab und an ein bisschen dolmetschen (Nähe zur französischen Grenze) und habe auch außergewöhnliche Fälle gesehen. So gab es zum Beispiel einen Drogenabhängigen, der sich ein Stück einer Nadel in der Vene abgebrochen hatte, das dann stecken geblieben war oder einen kleinen Jungen, der eine große Platzwunde an der Lippe hatte.
Irgendwann während des Morgens wurde ich dann meistens in den OP gerufen. Als Famulus durfte ich hier im Gegensatz zum Pflegepraktikum immer mit an den Tisch und selbst mit anpacken. Bei größeren OPs (Knieprothesen) als zweiter Assistent, bei kleineren (Radiusfrakturen) auch als erster. Fast jede OP, die in meinem Famulaturhaus durchgeführt wurde, habe ich einmal oder auch wesentlich öfter gesehen. Da gab es Knie- und Hüftprothesen, Armbrüche, Arthroskopien an Schulter und Knie, Beinbrüche, Sprunggelenksfrakturen, Gallenblasen- und Blinddarmops, Leistenbrüche oder auch Wirbelsäulen-OPs... Ihr seht, wirklich einiges für ein kleines Krankenhaus...
Nach den OPs ging es dann nochmal auf Station oder Ambulanz, Dienstende hatte ich meistens so zwischen drei und fünf Uhr Mittags.
Wie vermutlich dem Text unschwer zu entnehmen ist, hat mir die Famulatur unheimlich viel Spaß gemacht. Ich habe viele Einblicke bekommen und die Lust auf das Leben nach dem Studium ist definitiv da. Ich bin froh, die Chirurgie als erste Famulatur gewählt zu haben und dabei dann in einem kleinen Haus gelandet zu sein. Als einziger Famulus auf Station stehen einem alle Optionen offen und man darf sich wirklich ansehen, was immer man will. Gut, ich hatte wahrscheinlich auch Glück, dass auf meiner Station ein tolles Team arbeitete, aber wie gesagt: Ich habe die vier Wochen wirklich genossen!
Mittlerweile hat mich das "normale" Studentenleben wieder. Das sechste Semester wartet mit einigem an Stress auf, aber dazu in nächster Zeit mehr... :)
Donnerstag, 15. März 2012
Erste Famulatur-Erfahrungen
Eineinhalb Wochen der ersten Famulatur sind schon vorbei. Ich hatte mich ja für ein kleines Haus in der Gegend meiner Heimat und dort für die chirurgische Station entschieden, was sich jetzt als goldrichtig erweist. Als einziger Famulus auf der Station darf ich alles ansehen und soweit möglich auch selbst machen.
Blutabnehmen, Braunülen legen, bei OP's assistieren, ein bisschen nähen, und und und... Ich bin bisher so überwältigt von all den neuen Erfahrungen, dass es viel zu viel wäre hier alles niederzuschreiben. Bei Zeit verfasse ich vielleicht mal einen "Tagesbericht" in dem ich beschreibe, was sich so alles im Krankenhaus abspielt.
Auf jeden Fall macht die Famulatur Lust auf mehr und motiviert, sich weiter im Studium abzurackern. Man bekommt ein Ziel vor Augen geführt, für das es sich lohnt zu lernen :) Irgendwann will man schließlich selbst als Assistenzarzt seinen ersten Job annehmen... ;)
Blutabnehmen, Braunülen legen, bei OP's assistieren, ein bisschen nähen, und und und... Ich bin bisher so überwältigt von all den neuen Erfahrungen, dass es viel zu viel wäre hier alles niederzuschreiben. Bei Zeit verfasse ich vielleicht mal einen "Tagesbericht" in dem ich beschreibe, was sich so alles im Krankenhaus abspielt.
Auf jeden Fall macht die Famulatur Lust auf mehr und motiviert, sich weiter im Studium abzurackern. Man bekommt ein Ziel vor Augen geführt, für das es sich lohnt zu lernen :) Irgendwann will man schließlich selbst als Assistenzarzt seinen ersten Job annehmen... ;)
Mittwoch, 22. Februar 2012
Semesterende die fünte
Ich habe ganz vergessen, mich nach der Humangenetikklausur nochmal zu melden. Irgendwie hing ich im luftleeren Raum zwischen Klausuren und Semesterende und hab einfach nicht mehr dran gedacht. Trotzdem ist alles gut gegangen, es hat sogar (zwar nur knapp, aber trotzdem) für eine zwei gereicht :)
Heute stand dann der letzte Teil der Prüfungen in diesem Semester an. Eine OSCE-Prüfung in Innere, Auge, HNO und Neuro. OSCE? Ja... Objective structured clinical examination. In Amerika schon lange Standard, wurde diese Form der Prüfung in Deutschland erst vor ein paar Jahren zunächst an Modellstudien-Unis eingeführt und setzt sich mittlerweile immer weiter durch.
Heute gab es zehn Stationen, an denen man jeweils mündlich theoretisch und praktisch geprüft wurde. So gab es eine Station, an der das Herz zu untersuchen war, eine zur Lunge, eine zum Abdomen, Fragen zu Kehlkopf und Ohr in HNO, zu Kraft und Sensibilität in Neuro und zum Auge in Auge ;)...
Insgesamt hat alles ganz gut geklappt, wenngleich ich an einigen Stellen ein bisschen auf dem Schlauch stand. Aber was solls, das Semester ist rum und wie wir die Ergebnisse erfahren weiß ich noch überhaupt nicht.
Am Samstag gehts jetzt erstmal in den verdienten Urlaub. Skifahren und ein bisschen Kraft für die kommende Famulatur tanken!
Heute stand dann der letzte Teil der Prüfungen in diesem Semester an. Eine OSCE-Prüfung in Innere, Auge, HNO und Neuro. OSCE? Ja... Objective structured clinical examination. In Amerika schon lange Standard, wurde diese Form der Prüfung in Deutschland erst vor ein paar Jahren zunächst an Modellstudien-Unis eingeführt und setzt sich mittlerweile immer weiter durch.
Heute gab es zehn Stationen, an denen man jeweils mündlich theoretisch und praktisch geprüft wurde. So gab es eine Station, an der das Herz zu untersuchen war, eine zur Lunge, eine zum Abdomen, Fragen zu Kehlkopf und Ohr in HNO, zu Kraft und Sensibilität in Neuro und zum Auge in Auge ;)...
Insgesamt hat alles ganz gut geklappt, wenngleich ich an einigen Stellen ein bisschen auf dem Schlauch stand. Aber was solls, das Semester ist rum und wie wir die Ergebnisse erfahren weiß ich noch überhaupt nicht.
Am Samstag gehts jetzt erstmal in den verdienten Urlaub. Skifahren und ein bisschen Kraft für die kommende Famulatur tanken!
Dienstag, 7. Februar 2012
Auge: Check
Hehe, zum ersten Mal im Studium 100%! :)
Die Klausur war wirklich gut machbar und außerdem konnte man sich mit dem Nachbarn absprechen. Also alles in allem kein großes Ding. Jetzt fehlt also noch Humangenetik morgen als letzte Hürde. Ende Februar steht dann zwar noch eine OSCE-Prüfung an (also eine praktische Prüfung), die sollte aber kein Hindernis darstellen. Leider muss ich da in der ersten Runde ran, die Erfahrungsgemäß die schlechtesten Ergebnisse einfährt, weil sie die Fragen noch nicht kennt. Aber was solls, das Leben ist nicht immer nur der rosarote Ponnyhof...
Humangenetik morgen macht mir immer noch ein bisschen Sorgen. Gott sei Dank brauche ich wegen meinen relativ guten Testaten nur noch 50% in der Klausur morgen. Problematisch ist einfach, dass die Humangenetiker alle möglichen Detailsachen abfragen, die sie auch noch in Mehrfachauswahlantworten verpacken... Klingt kompliziert, oder? Hier mal ein Beispiel:
Aussagen zur pränatalen Diagnose mittels Amniozentese:
(1) Es besteht ein erhebliches (3%) Risiko einer Verletzung des Feten
(2) Die Häufigkeit einer ungewollten Fehlgeburt nach dem Eingriff beträgt 0,5%
(3) Der Eingriff wird meistens in der 8.-10. Ssw durchgeführt
(4) Der Eingriff kann zur Diagnose von Neuralrohrdefekten dienen
(5) Der Eingriff kann zur Diagnose einer Aneuploidie dienen
Welche Aussagen sind richtig?
(A) Nur 2 und 3
(B) Nur 1 und 4
(C) Nur 3 und 5
(D) Nur 1, 3 und 4
(E) Nur 2, 4 und 5
Schön oder? Und genau deshalb werde ich jetzt versuchen, mir nochmal so viele Prozentzahlen und Zeiträume zu merken. Ihr hört bald wieder von mir :)
Die Klausur war wirklich gut machbar und außerdem konnte man sich mit dem Nachbarn absprechen. Also alles in allem kein großes Ding. Jetzt fehlt also noch Humangenetik morgen als letzte Hürde. Ende Februar steht dann zwar noch eine OSCE-Prüfung an (also eine praktische Prüfung), die sollte aber kein Hindernis darstellen. Leider muss ich da in der ersten Runde ran, die Erfahrungsgemäß die schlechtesten Ergebnisse einfährt, weil sie die Fragen noch nicht kennt. Aber was solls, das Leben ist nicht immer nur der rosarote Ponnyhof...
Humangenetik morgen macht mir immer noch ein bisschen Sorgen. Gott sei Dank brauche ich wegen meinen relativ guten Testaten nur noch 50% in der Klausur morgen. Problematisch ist einfach, dass die Humangenetiker alle möglichen Detailsachen abfragen, die sie auch noch in Mehrfachauswahlantworten verpacken... Klingt kompliziert, oder? Hier mal ein Beispiel:
Aussagen zur pränatalen Diagnose mittels Amniozentese:
(1) Es besteht ein erhebliches (3%) Risiko einer Verletzung des Feten
(2) Die Häufigkeit einer ungewollten Fehlgeburt nach dem Eingriff beträgt 0,5%
(3) Der Eingriff wird meistens in der 8.-10. Ssw durchgeführt
(4) Der Eingriff kann zur Diagnose von Neuralrohrdefekten dienen
(5) Der Eingriff kann zur Diagnose einer Aneuploidie dienen
Welche Aussagen sind richtig?
(A) Nur 2 und 3
(B) Nur 1 und 4
(C) Nur 3 und 5
(D) Nur 1, 3 und 4
(E) Nur 2, 4 und 5
Schön oder? Und genau deshalb werde ich jetzt versuchen, mir nochmal so viele Prozentzahlen und Zeiträume zu merken. Ihr hört bald wieder von mir :)
Sonntag, 5. Februar 2012
Das Ende rückt näher...
Klingt fürchterlich oder? Ist aber in Wahrheit eine schöne Sache! So langsam geht es nämlich wieder auf das Ende des Semesters zu. Ich muss zugeben, ich hab es ein wenig schleifen lassen, was die regelmäßigen Einträge hier angeht, was aber auch damit zusammenhängt, dass es in diesem Semester alles recht ruhig war.
Es stehen nächste Woche zwei Klausuren an: Einmal Augenheilkunde und einmal Humangenetik. Ich habe in den Kursen jeweils eine Sache gelernt: Für mich sind beide Fächer nicht wirklich der Knaller... Humangenetik ist einfach relativ langweilig und monotones Gelerne von Symptomen bei verschiedenen Erbgängen und Erbkrankheiten, wohingegen Augenheilkunde eigentlich ganz interessant ist. Wieso es dann trotzdem nichts für mich ist? Ganz einfach: Fragt mich nicht warum, aber irgendwie habe ich ein Problem damit, wenn in einem Auge ein Nagel steckt, oder eine Iris zerrissen ist, oder ähnliches. Ich kann mir Knochenbrüche angucken, Operationen an sämtlichen Organen und auch sonst ziemlich alles, aber beim Auge ist da irgendwie immer ein komisches Gefühl dabei. Nicht, dass ich mich wegdrehen müsste, oder dass mir schlecht würde: Nein irgendwie ist da einfach nur ein gewisses Unwohlsein vorhanden. Das ändert natürlich nichts daran, dass der Kurs absolut interessant war: Wir haben gelernt, wie man ektropioniert (sprich: das Oberlid "umklappt", um die Bindehaut darunter zu beurteilen), wie man die Netzhaut spiegelt, wie man die Hornhaut untersucht, und so weiter... Hier kam tatsächlich zum ersten Mal das Gefühl auf, wirklich "Ärztliche Handgriffe" zu lernen.
Nunja, wie oben schon geschrieben, stehen nächste Woche Klausuren an. Daher werde ich mich jetzt auch wieder der Lernerei zuwenden und wünsche allen, die heute noch hier reinschauen einen schönen Sonntag!
Es stehen nächste Woche zwei Klausuren an: Einmal Augenheilkunde und einmal Humangenetik. Ich habe in den Kursen jeweils eine Sache gelernt: Für mich sind beide Fächer nicht wirklich der Knaller... Humangenetik ist einfach relativ langweilig und monotones Gelerne von Symptomen bei verschiedenen Erbgängen und Erbkrankheiten, wohingegen Augenheilkunde eigentlich ganz interessant ist. Wieso es dann trotzdem nichts für mich ist? Ganz einfach: Fragt mich nicht warum, aber irgendwie habe ich ein Problem damit, wenn in einem Auge ein Nagel steckt, oder eine Iris zerrissen ist, oder ähnliches. Ich kann mir Knochenbrüche angucken, Operationen an sämtlichen Organen und auch sonst ziemlich alles, aber beim Auge ist da irgendwie immer ein komisches Gefühl dabei. Nicht, dass ich mich wegdrehen müsste, oder dass mir schlecht würde: Nein irgendwie ist da einfach nur ein gewisses Unwohlsein vorhanden. Das ändert natürlich nichts daran, dass der Kurs absolut interessant war: Wir haben gelernt, wie man ektropioniert (sprich: das Oberlid "umklappt", um die Bindehaut darunter zu beurteilen), wie man die Netzhaut spiegelt, wie man die Hornhaut untersucht, und so weiter... Hier kam tatsächlich zum ersten Mal das Gefühl auf, wirklich "Ärztliche Handgriffe" zu lernen.
Nunja, wie oben schon geschrieben, stehen nächste Woche Klausuren an. Daher werde ich mich jetzt auch wieder der Lernerei zuwenden und wünsche allen, die heute noch hier reinschauen einen schönen Sonntag!
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